Das Heulen der Wölfe ist seit rund 150 Jahren „Ruhe“ nun auch in deutschen Wäldern wieder zu hören. Früher wurde der Wolf (lateinische Bezeichnung: Canis lupus) in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Staaten gejagt und ausgerottet. Seither versuchte er immer wieder bei uns Fuß zu fassen, doch bis vor einigen Jahren leider erfolglos. Entweder fiel er Jägern oder dem Straßenverkehr zum Opfer.
Erst seit dem letzten Jahrzehnt gelingt es dem Wolf, sich in Deutschland erneut niederzulassen. Er wandert aus den östlichen Nachbarländern ein – inzwischen ist das Wolfsgeheul in immer mehr Gegenden zu hören. So zählen Bayern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern wieder zu festen Wolfsterritorien. Hier leben bereits über 60 Wölfe meist in Rudeln zusammen. Inzwischen sind es auch nicht mehr bloße Einwanderer, die bei uns wohnen. Der nun durch die Berner Konvention streng geschützte Wolf hat in den letzten Jahren auch schon Junge in deutschen Wäldern geboren.
Wölfe beanspruchen große Reviere, in denen sie vor allem Rehe, Hirsche oder Wildschweine jagen. Auf ihren Streifzügen durch die Nacht legen sie oft 20 Kilometer und mehr zurück. Wir Menschen müssen aber erst wieder lernen, mit diesem „wilden“ Tier in der Nachbarschaft zu leben. Dabei ist der Wolf scheu und greift unter normalen Umständen den Menschen nicht an, auch wenn sein nächtliches Heulen fast unheimlich klingt.
Die ersten Laute scheinen noch ganz unscheinbar, doch sie steigern sich bis zu einer hellen Melodie. Mit ihren Rufen suchen Wölfe Partner, verteidigen ihr Revier oder stimmen sich auf die Jagd ein. Besonders häufig heulen sie in den Dämmerstunden. Dabei heben sie ihren Kopf, damit der Laut auch von weiter entfernten Wölfen gehört werden kann. Heulen Wölfe eines Rudels gemeinsam, dient dies der Reviermarkierung und bedeutet „wir gehören zusammen“. Wenn Gefahr droht, bellen Wölfe aber auch wie Hunde. Dieses Bellen ist allerdings nur sehr selten zu hören und dient der Verteidigung.
Tipp: Zeigen Sie den Kindern einleitend zum Thema den Stammbaum der Hunderassen: Hundestammbaum. Der Wolf ist der Urvater aller Hunderassen. Von ihm stammt der kleinste Haushund ab. Auch wenn wir die Ähnlichkeit nicht immer sehen, hören wir sie, wenn ein Hund heult wie ein Wolf oder der Wolf bellt wie ein Hund.
Gruppenaufgabe: Die Kinder gestalten gemeinsam eine Wandzeitung zum Wolf in Deutschland. Darauf kann eine Karte abgebildet sein, in der die Gebiete markiert sind, in denen Wölfe leben. Zusätzlich können die Kinder einzeichnen, wo junge Wölfe geboren wurden. Zahlreiche Informationen zum Thema und Leitlinien zum Schutz von Wölfen finden Sie hier.